Musik ist ein wesentlicher Bestandteil der Kultur. Aber die Königin der Musik ist wohl immer noch die Oper. Alle großen Komponisten haben Opern geschrieben: Beethoven zum Beispiel Fidelio, Mozart die Zauberflöte und Wagner den Ring der Nibelungen. Die Oper war immer auch Zeugnis der Epoche, in der sie geschrieben wurde.

Eigentlich ist die Oper eine Unterform des Theaters, weil sie streng genommen eine Vertonung einer Dichtung ist. Dennoch wurden die meisten Opern natürlich von Musikern und Komponisten geschrieben, auch wenn sie sich vorhandener Dichtungen bedient haben, wie Wagner mit der Nibelungen-Sage. Wie schwer es aber ist, klare Grenzen zu ziehen, zeigen zwei Werke von Berthold Brecht: Die Dreigroschenoper ist eigentlich ein Schauspiel mit einigen Liedern, während Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny eher als eine Oper verstanden werden kann, oft aber im Theater aufgeführt wird.

Kastraten für die hohen Stimmen

Eine der ersten Opern war Claudio Monteverdis „L’Orfeo“: Er setzte erstmal bewusst eine breite Palette an Instrumenten ein und gab verschiedenen Charakteren auch bestimmte musikalische Elemente mit. So wurden zum Beispiel Kastraten eingesetzt. Düstere Szenen wurden mit Trommeln und Posaunen unterlegt. In späteren Werken bekamen auch die Chöre eine große Bedeutung. Heute sind Chöre ein wesentlicher Bestandteil der Oper.

Wie sehr Opern Ausdruck der Kultur eines Landes sein können, zeigt sich bei Richard Wagner. Seine vier Werke im Ring der Nibelungen waren zum einen ein Zeugnis der deutschen Geschichte, zum anderen aber auch des deutschen Nationalismus. Nicht umsonst hatten auch die Machthaber im 3. Reich Gefallen an Wagners Werken gefallen. Noch heute sind die Wagnerfestspiele in Bayreuth der Höhepunkt des Konzertjahres. Traditionell wird mit Rheingold begonnen und mit der Götterdämmerung aufgehört. Wagner schrieb aber auch Werke wie Tristan und Isolde, die sich mehr mit der inneren Verfassung der Protagonisten beschäftigten.

Wie sehr Italien und Frankreich eine Zeitlang die europäische Kultur bestimmten, zeigt sich ebenfalls in den Opern. Während die italienische Sprache bei Verdi noch selbstverständlich war, bediente sich auch Mozart ihrer sowie Händel und Haydn. Erst später wurde auch die deutsche Sprache akzeptiert, was sich zum Beispiel im Freischütz zeigte oder Schuberts Fierrabras.

Moderne Opern wurden unter anderem von Alban Berg und Richard Strauss geschrieben, zum Beispiel Lulu und Elektra. Auch das Werk Erwartung von Arnold Schönberg wird zu den großen Opern der Jahrhundertwende gezählt. Allerdings ist die Oper weitgehend ein Stilmittel der Zeit vor 1900 gewesen.

Opern bieten aber auch immer Raum für eine zeitgemäße Interpretation und das aktuelle Verständnis von Kultur. In jedem großen Opernhaus beweisen sich Festivalmacher mit ihrer Inszenierung von Opern. Immer wieder gibt es auch Diskussionen, wenn ein Regisseur eine dem Publikum zu moderne Version auf die Bühne gebracht hat. Kritiker hingegen monieren oft, dass es immer noch zu viele klassische Versionen gibt, die sich nicht einem modernen kulturellen Umfeld anpassen.