In den Naturwissenschaften versuchen die Forscher seit geraumer Zeit, eine Weltformel zu finden, die alles was wir wissen vereint. In der Musik hat es einen solchen Ansatz auch gegeben und manche glauben ihn in der Weltmusik gefunden zu haben.

Die Weltmusik ist kein fest definierter Begriff, sondern bezeichnet vor allem Mischungen aus westlicher und abendländischer Musik mit der aus Asien, Afrika und Südamerika. In vielen Fällen wird auch Musik von Volksgruppen, Stämmen und ethnischen Minderheiten verwendet.

Das verbindende Element der Weltmusik ist vor allem die Interkulturalität, oft auch als Transkulturalität bezeichnet. Es wird versucht, Musik aus verschiedenen Kulturen zusammenzubringen, zu vermischen und oft auch auf eine neue höhere Ebene zu bringen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass man auf diese Weise versuchen will, Musik zu bewahren, die sonst verloren gehen würde, gerade was die von ethnischen Minderheiten und Volksstämmen betrifft. Auf der anderen Seite wurde der Begriff auch als Marketinginstrument verwendet, um Musik die bislang in kein Schema passte, bekannter zu machen.

Wo viele Kulturen zusammenkommen

Eine der größten Veranstaltungen zur Weltmusik ist das von Peter Gabriel ins Leben gerufene WOMAD-Festival, dass erstmals 1982 stattfand. Es besteht aus einer Reihe von verschiedenen Veranstaltungen, die auf der ganze Welt durchgeführt werden und zu denen Zehntausende kommen. In 2019 wurde Adelaide (Australien, Santiago (Chile), Caceres (Spanien), Taranaki (Neuseeland), Charlton Park (England) und Gran Canaria (Spanien) ausgewählt. Manche der Veranstaltungen sind auch gratis.

Die Festivals der Weltmusik werden oft als Schmelztiegel der unterschiedlichen Kulturen bezeichnet. Zum einen präsentieren sich viele Künstler, zum anderen wird aber auch gemeinsam Musik gemacht, oft als spontaner Jam. Gerade hier entstehen dann neue Formen von Musik.

Die Weltmusik hat auch einige Ähnlichkeiten zur esoterischen Musik und zur New Age Musik. Letztere kam in den 70er Jahren auf, vor allem zusammen mit der aufkommenden Yoga- und Meditationswelle. Sie beruhte zu einem großen Teil auf asiatischen Klängen und sollte eine entspannende Atmosphäre schaffen. Die esoterische Musik lässt sich noch schwerer Eingrenzen. Auch hier steht das beruhigende, meditative Element im Mittelpunkt, wird aber oft auch durch nicht belegbare Heilversprechen erweitert. Bei esoterischen Messen kann man oft auch Musiker auftreten sehen, die eher in den Bereich der Weltmusik gehören.

Aber auch an klassischen Komponisten ist die Weltmusik nicht vorbeigegangen: So gab es schon bei Clause Debussy Elemente eines indonesischen Gamelan-Orchesters bei einer Vorführung in Paris zu hören.