Die afrikanische Musik wurde zu einem großen Teil über Popmusik weltweit verbreitet. Diese Musikrichtung gibt es bereits seit der Jahrhundertwende. Vor allem Missionsschulen brachten westliche Instrumente in die Schulen und Dörfer, versuchten dann aber auch traditionelle Musik darauf zu spielen. In vielen Fällen entstanden Mischformen. An den Künsten, vor allem der Goldküste, bildete sich Brassbands, die meistens Märsche für die Kolonialherren spielten, bald aber auch eigene Kompostionen ausprobierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen karibische Elemente nach Afrika, außerdem wurde auch Swing auf dem Kontinent bekannter.

Hilfe vom US-Star

Eine sehr populäre Musikform war in den 60er Jahren Mbaqanga in Südafrika. Es bestand aus traditionellen Gesängen und Melodien der Zulu, die mit Jazz- und Reggae-Elementen gemischt wurden. Der amerikanische Sänger und Songwriter Paul Simon machte mit seinem Album Graceland Mbaqanga einem weltweiten Publikum bekannt, in dem er Gesänge der südafrikanischen Gruppe Ladysmith Black Mambazo mit einband. Der Name Mbaqanga bedeutet übrigens Maisbrei. In den 80er Jahren wurde der Bubblegum-Sound populärer, der mehr an den Rock angelehnt war und sehr einfache Melodie und Texte enthielt.

An der Ostküste wurde der Lingala-sound populär, der sich aus dem Swahili ableitete und im Westen Kenyas spielte Bands den Benga-Stil, der später zu einer Hip-Hop-Form wurde, in in Nairobi als Genge bekannt.

In den 90er Jahren begannen sich viele afrikanische Popmusiker wieder auf die Wurzeln der afrikanischen Kultur zu besinnen und fügten wieder mehr traditionelle Elemente ihren Stücken hinzu. Es kamen aber auch brasilianische Einflüsse hinzu, und mittlerweile gibt es auch eine sehr aktive afrikanische Techno-Szene.